Die gezeich­ne­te Welt der Emmy Haesele

bis 3. Oktober 2021 im Lentos Kunstmuseum Linz

Emmy Haesele, Frau mit Bär, 1959, Privatsammlung, Niederösterreich

Lentos Kunstmuseum Linz
Datum: 19. September 2021
Freikarten: 1 × 2
Ort: Linz
www.lentos.at

Emmy Hae­se­le (1894 – 1987, geb. als Emma Hele­ne Göh­ring) wächst in groß­bür­ger­li­chen Ver­hält­nis­sen in Wien auf. Nach dem Ers­ten Welt­krieg zieht sie mit ihrem Ehe­mann, dem Arzt Hans Hae­se­le, in die klei­ne Salz­bur­ger Land­ge­mein­de Unken bei Lofer. An Phi­lo­so­phie und Theo­so­phie umfas­send inter­es­siert, beginnt sie im Alter von 36 Jah­ren, ihre Träu­me und Bil­der des Unbe­wuss­ten zu zeich­nen. Bald dar­auf fädelt der befreun­de­te deut­sche Schrift­stel­ler Oscar A. H. Schmitz ein Tref­fen mit Alfred Kubin ein.

Nach mehr­jäh­ri­ger inten­si­ver Bezie­hung zu dem als ​„Magi­er von Zwick­ledt“ bekann­ten Alfred Kubin ver­än­dert sich Hae­se­les Zei­chen­stil gra­vie­rend. Die über­aus sen­si­ble Künst­le­rin lässt nun mär­chen­haf­te Chif­fren zur Bewäl­ti­gung von geschlech­ter­spe­zi­fi­schen Kon­flik­ten aus ihrer See­le auf­stei­gen. Ani­mus und Ani­ma über­neh­men die Haupt­rol­len in der bild­li­chen Dar­stel­lung ihrer Ängs­te und Drang­sa­le. Auch tra­gi­sche Schick­sals­schlä­ge in der Zeit des Zwei­ten Welt­kriegs ver­sucht Hae­se­le mit­hil­fe von C. G. Jungs Arche­ty­pen­leh­re zeich­ne­risch zu ver­ar­bei­ten. In den 1950er- und 1960er-Jah­ren schlägt die Figur des men­schen­freund­li­chen Har­le­kins schließ­lich einen ver­söhn­li­chen Ton in ihren Wer­ken an.

Die Aus­stel­lung gewährt berüh­ren­de Ein­bli­cke in den Ent­wick­lungs­pro­zess einer Frau, die nach lan­gen, schick­sal­haf­ten Irrun­gen und Ver­wir­run­gen schluss­end­lich Frie­den mit ihrem Leben schloss.


Kura­to­rin: Bri­git­te Reutner-Doneus

Bild: Emmy Haesele, Frau mit Bär, 1959, Privatsammlung, Niederösterreich

Lentos Kunstmuseum Linz

Ernst-Koref-Promenade 1
4020 Linz