Die Königinnen von Rom

PSALM 2019 - Zu Ostern in Graz - EXIL - von 14. bis 22. April

Paola Valentina Molinari (c) Massimo Altieri

Helmut List Halle
Datum: 18. April 2019
Zeit: 19:00
Freikarten: 1 × 2
Ort: Graz
www.psalm.at

Christina von Schweden und Maria Kasimira von Polen

  • Arcangelo Corelli: Triosonate in G, op. 1/9 / Ciaccona in G, op. 2/12
  • Carlo Ambrogio Lonati: Sonata II
  • Alessandro Scarlatti: Dove fugace rio (Kantate) / Hor che di Febo (Serenata) / Arien aus dem Oratorium „San Casimiro, Rè di Polonia“
  • Domenico Scarlatti: Cembalosonate in d, K 77

Paola Valentina Molinari, Sopran

La Risonanza:

  • Chiara Zanisi & Victoria Melik, Barockvioline
  • Caterina Dell’Agnello, Barockcello
  • Leitung: Fabio Bonizzoni, Cembalo

Chris Pichler, Lesung
Preise: EUR 42 / 24

Einführung im Foyer: 18.40 Uhr


In strömendem Regen zog sie in Rom ein, doch sie brachte den ewigen Frühling von Kunst und Musik mit in die Ewige Stadt: Königin Christina von Schweden, die Tochter des Erzlutheraners Gustav Adolf, dankte ab, konvertierte zum katholischen Glauben und fand an den Ufern des Tiber eine neue Heimat. Dort förderte sie zwei geniale Musiker, die noch Jahrzehnte später der polnischen Exilkönigin Maria Kasimira in Rom dienen sollten: Arcangelo Corelli und Alessandro Scarlatti. Chris Pichler schlüpft in die Rolle der beiden Königinnen im Exil. Sie erzählt von weiblichem Mut und der unstillbaren Liebe zur Musik. La Risonanza gibt unfassbar schöne Scarlatti-Kantaten hinzu und virtuose Sonaten von Corelli.


PSALM 2019 - Zu Ostern in Graz
EXIL - 14. bis 22. April

Warum verlassen Menschen ihre Heimat? Neugier und Abenteuerlust treiben manche hinaus. Manchmal ist es die Liebe. Viel zu oft aber sind es Krieg und Verzweiflung. Viel zu oft wollen Menschen gar nicht fort, sondern werden verjagt, werden aus ihrem Zuhause gezwungen, müssen ins Exil. Und immer wieder erinnern sie sich in der Fremde an die Heimat, erzählen und singen von ihr, und schöpfen aus der Kunst Kraft für ihr neues Leben, für die Zukunft. Von ihnen erzählt die neue Ausgabe des Osterfestivals PSALM.

All das ist nicht neu. Das halbe Alte Testament besteht aus Geschichten von Vertreibung und Exil. Juden haben seither schon oft alles verloren, ob im Spanien des Mittelalters oder in der Nazizeit. Aber sie sind damit nicht alleine. Politischer Fanatismus und Glaubenskriege geben immer wieder Anlass zur Flucht. Und nicht immer war Europa so wie heute das rettende Ziel dieser Bewegungen, oft genug war die Fluchtrichtung genau umgekehrt.

Der Pole Chopin ging nach Paris, weil er die politische Unterdrückung seiner Heimat nicht ertrug, Königin Christina von Schweden ging nach Rom, weil sie katholisch leben wollte, und Robert Stolz rettete sich aus Österreich in die USA, weil er mit den Nazis nichts zu tun haben wollte. Sie alle nahmen Musik mit, die ihnen Heimat blieb. Und so ging es auch den Sepharden in Spanien und natürlich bis heute den vielen Heimatlosen in Afrika und in Lateinamerika. PSALM spielt ihre Lieder, folgt den Geschichten und fragt, ob Heimat nicht ohnehin mehr in Gedanken und Gefühlen liegt als auf einem Fleckchen Erde.

Helmut List Halle

Waagner-Biro-Straße 98a
8020 Graz