HOCHZEIT von Elias Canetti

Canettis Frühwerk zeichnet das das Bild einer Gesellschaft, die sich ihre Party auch vom drohenden Weltuntergang nicht vermiesen lässt.

HOCHZEIT - TzF © Bettina Frenzel

Theater SCALA
Datum: 18. Januar 2022
Zeit: 19:45
Freikarten: 1 × 2
Ort: Wien
www.theaterzumfuerchten.at

Theater zum Fürchten - weitere Infos...

Premiere: Donnerstag, 13. Jänner 2022, 19:45 Uhr
Weitere Spieltage: 
Fr. - Sa., 15.1. bis 16.1.2022
Di. - Sa., 18.1. bis 22.1.2022 & 25.1. bis 29.1.2022
jeweils um 19:45 Uhr

Reservierung und Info: 01/544 20 70


Segenreich: "Ich bin der Vater und ich bleib der Vater. Da können hundert Schwiegersöhne kommen. Ich hab auch dieses Haus gebaut! Das sind Mauern … Vor solchen Mauern scheißt der Wind in die Hosen, und was ein intelligenter Sturm ist, sagt gleich Pardon."


Ein stattliches Wiener Zinshaus: Während in der Souterrainwohnung die Frau des Hausmeisters im Sterben liegt, wird weiter oben die greise, aber tückische Hausbesitzerin von ihrer ebenso gemeinen Enkelin bedrängt, da sie – nicht als Einzige – auf die teure Immobilie scharf ist. Währenddessen findet in der Beletage des Hauses die Hochzeit der Familie Segensreich statt. Auch hier eine echte Familienbande: Schon bald siegen die Triebe über die Konventionen. Selbst Braut und Bräutigam sind vor den Nachstellungen von Familienmitgliedern und Gästen nicht sicher. Aber nicht nur Egoismus, Gier und Besitzansprüche rütteln am bürgerlichen Fundament: Ein Erdbeben bahnt sich an, das ganze Haus zeigt Sprünge und Zerfallserscheinungen, die aber permanent ignoriert oder als „Fake News“ geleugnet werden. Es kommt, wie es kommen muss, mit den letzten Masken der bürgerlichen Familie fallen auch die Stützpfeiler des Gebäudes – ein bösartig fideler Weltuntergang.

1932 als Prophetie über das selbstverschuldete Ende der Wiener Bourgeoisie durch den rasch aufsteigenden und dennoch verharmlosten Faschismus geschrieben, ist diese groteske und radikale Farce des Nobelpreisträgers Elias Canetti auch heute als Parabel auf unsere Gegenwart, auf Hedonismus und politische Realitätsverweigerung erschreckend gültig, ohne dabei sofort Corona, Klimawandel oder Extremistengefahr brüllen zu müssen.


Inszenierung und Raum: Bruno Max
Musik: Fritz Rainer
Kostüme: Sigrid Dreger
Maske: Gerda Fischer
Licht: Andrea Wezdenka

Mit: Lisa-Marie Bachlechner, Eva-Christina Binder, Simon Brader, Bernie Feit, Robert Elsinger, Clemens Fröschl, Sophia Greilhuber, Magdalena Hammer, Michelle Haydn, Eszter Hollosi, Marc Illich, Hermann J. Kogler, Sibylle Kos, Christoph Prückner, Anna Sagaischek, Ronald Seboth und Markus Tavakoli.


Telefonische Kartenbestellung
unter: +43-1-544 20 70
www.theaterzumfuerchten.at

Theater SCALA

Wiedner Hauptstraße 108
1050 Wien